Adoption statt Abtreibung

Zwischen Schwangerschaftsabbruch und Großziehen des Kindes gibt es noch eine dritte Option, die eine Überlegung wert wäre. Sie könnten das Kind austragen und anschließend zur Adoption freigeben.

Diesen Vorschlag hört man vor allem von Abtreibungsgegnern immer wieder. Als Argument wird immer wieder angeführt, dass es doch so viele kinderlose Eltern gibt, die sich sehnlichst ein Kind wünschen.

Das stimmt natürlich. Allerdings sollten Sie bei Ihrer Entscheidung ausschließlich danach entscheiden, was das Beste für Sie und gegebenenfalls für das werdende Kind ist.  Wenn Sie sich dazu entschließen, das Kind zu bekommen und zur Adoption frei zu geben, dann sollten Sie es nicht ausschließlich deshalb tun, um anderen Menschen einen Gefallen zu tun.

Dennoch wäre die Adoption eine überlegenswerte Alternative zur Abtreibung, mit der Sie sich einmal befassen sollten, wenn Sie mit dem Gedanken des Schwangerschaftsabbruchs spielen.

Formen der Adoption

Es existieren verschiedene Formen der Adoption, mit denen Sie sich einmal befassen sollten, wenn Sie mit dem Gedanken „Adoption statt Abtreibung“ spielen. Hier erhalten Sie einen kurzen Überblick.

Offene Adoption

Bei der offenen Adoption lernen Sie die Adoptiveltern kennen und können dauerhaft Kontakt mit ihnen und Ihrem Kind halten.

Halboffene Adoption

Bei der halboffenen Adoption besteht kein direkter Kontakt zum Kind. Der Kontakt erfolgt über das Jugendamt. Dieses erhält von den Adoptiveltern regelmäßig Informationen über Ihr Kind und seinen Entwicklungsstand und leitet diese an Sie weiter.

Inkognito-Adoption

Bei dieser Form der Adoption lernen Sie die Adoptiveltern nicht kennen. Sobald das Kind 16 Jahre alt ist, hat es ein Recht, zu erfahren, wer seine leiblichen Eltern sind. Wenn es das Kind wünscht, kann es Kontakt zu Ihnen aufnehmen.

Adoption besser als Abtreibung?

Eine Adoption ist sicherlich eine Alternative zur Abtreibung, wenn man ungewollt schwanger geworden ist, doch auch diese sollte wohl durchdacht sein. Stellen Sie sich eine Adoption nicht so einfach vor. Überlegen Sie zuvor, ob eine Adoption für Sie infrage käme. Würden Sie damit zurecht kommen?

Nicht nur der Schwangerschaftsabbruch, auch eine Adoption kann für Sie psychisch belastend sein. Viele Mütter, die sich zur Adoption entschlossen haben, haben im Nachhinein Schuldgefühle und neigen zu psychosomatischen Erkrankungen . Auch für das Kind selbst kann eine Adoption unter Umständen, insbesondere während der Pubertät, schwierig sein.

Man könnte sogar auf die Idee kommen, dass dem Schlachtruf »Adoption statt Abtreibung«, vielleicht sogar marktwirtschaftliches Gedankengut im Vordergrund der Überlegungen steht. Schließlich gibt es mehr Nachfrage als Angebot auf dem Adoptionsmarkt .

Dennoch: Überlegen Sie, ob eine Adoption für Sie persönlich infrage kommen würde. Gehen Sie in sich und setzen Sie sich intensiv mit dieser Möglichkeit auseinander. Diese Entscheidung muss in Ihnen reifen und für Sie persönlich stimmig sein.

Lassen Sie sich dabei nicht von anderen Menschen beeinflussen. Lassen Sie sich kein schlechtes Gewissen einreden, wenn für Sie persönlich klar ist, dass Sie nicht dazu in der Lage wären, das Kind auszutragen und zur Adoption freizugeben. Schließlich müssen Sie mit dieser Entscheidung leben.

Wenn man vor der Entscheidung steht „Abtreibung ja oder nein„, dann ist auch die Adoption eine Möglichkeit.

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