Abtreibungsmethoden

Es gibt verschiedene Abtreibungsmethoden, von denen die wichtigsten in diesem Artikel dargestellt werden. Bei diesen Abtreibungsmethoden unterscheidet man die medikamentöse Abtreibung und operative Eingriffe. Beim Schwangerschaftsabbruch mittels einer OP unterscheidet man widerum die

  • Absaugmethode und die
  • Ausschabung.

Medikamentöse Abtreibung

Mittlerweile gibt es Tabletten, die zum Schwangerschaftsabbruch führen. Diese ist im Volksmund als »Abtreibungspille« bekannt.
In der Frühschwangerschaft (bis zu neun Wochen nach der letzten Regelblutung) verwendet man den Wirkstoff Mifepriston in Tablettenform. Dadurch wird der Muttermund geöffnet.
Ca. zwei Tage später wird Prostaglandin in Tablettenform oder als Scheidenzäpfchen verabreicht. Dieser Wirkstoff bewirkt, dass sich die Gebärmutter zusammenzieht und der Fruchtsack mit dem Embryo abgestoßen wird. Nach etwa zehn Tagen ist eine Nachuntersuchung notwendig. Das Risiko ernsthafter Komplikationen ist jedoch recht gering  .

Während in der Schweiz beispielsweise etwa 60 % aller Schwangerschaftsabbrüche mittels der medikamentösen Abtreibung durchgeführt wird, beträgt der Anteil der Abtreibungen mittels dieser Methode in Deutschland lediglich etwa 14 %. Das hat unter anderem mit Widerständen deutscher Ärzte aufgrund der unzureichenden Kostenerstattung zu tun (siehe Wikipedia).

Bei einem Schwangerschaftsabbruch aufgrund einer medizinischen Indikation bleibt eine Abtreibung auch zu einem späteren Zeitpunkt straffrei.

Bei einer Spätabtreibung wird mit einem Medikament (Mifepriston, Prostaglandin oder beide Wirkstoffe kombiniert) eine Fehl- bzw. eine Totgeburt eingeleitet. Das Prostaglandin-Präparat wird mehrfach in die Scheide gebracht oder alternativ als Infusion verabreicht. In den meisten Fällen wird das nicht lebensfähige bzw. abgestorbene Kind in einigen Stunden (manchmal auch nach Tagen) ausgestoßen. Oftmals wird anschließend die Gebärmutter ausgeschabt, um das Schwangerschaftsgewebe vollständig zu beseitigen (siehe auch Quelle).

Operative Abtreibung

Im Großen und Ganzen gibt es in Deutschland zwei operative Methoden, um eine Abtreibung durchzuführen. Dabei unterscheidet man die Absaugmethode und die Ausschabung.

Absaugmethode

Die Absaugmethode ist in Deutschland die mit Abstand am häufigsten angewandte Methode zur Abtreibung. Sie kann bis zur 14. Schwangerschaftswoche angewandt werden. In der Praxis kommt diese Abtreibungsmethode in den meisten Fällen allerdings lediglich bis zur zehnten Schwangerschaftswoche zur Anwendung (Quelle) .

Die Absaugmethode wird unter örtlicher Betäubung oder Vollnarkose durchgeführt.

Bei der örtlichen Betäubung wird ein Betäubungsmittel in den Muttermund und in den Gebärmutterhalskanal gegeben. Der Patient ist dabei bei Bewusstsein, es kann jedoch ein Beruhigungsmittel verabreicht werden.
Die Schmerzen, die bei diesem Eingriff auftreten können, sind vergleichbar mit denen von Menstruationsbeschwerden.
Bei einer Vollnarkose bekommt die Patientin von dem Eingriff selbst nichts mit.

Die eigentliche Abtreibung erfolgt folgendermaßen: Der Gebärmutterhals wird mit Hilfe von gynäkologischen Kugelzangen festgehalten und die Öffnung des Muttermundes mit speziellen Stiften gedehnt. Anschließend wird der Fruchtsack mit Embyo zusammen mit dem Schwan-gerschaftsgewebe und der Gebärmutterschleimhaut mit einem stumpfen Röhrchen abgesaugt. Durch die anschließende Ultra-schalluntersuchung wird sichergestellt, dass keine Gewebereste zurückgeblieben sind  .

Der Abbruch mit der Absaugmethode hat unter guten medizinischen Bedingungen eine sehr geringe Komplikationsrate. Eine Nachuntersuchung ist in dem meisten Fällen nicht notwendig, wenn unmittelbar nach der Absaugung eine Ultraschallkontrolle durchgeführt wurde.

Ausschabung

Die Ausschabung stellt eine weitere Abtreibungsmethode dar.

Bei der Ausschabung werden der Fruchtsack mit dem Embryo und die Gebärmutterschleimhaut mit einem löffelartigen Instrument (der so genannten Curette) entfernt.

Die Ausschabung wird heute nur noch selten angewandt. Hin und wieder kommt sie ergänzend zur Absaugmethode zur Anwendung, um zurückgebliebene Gewebereste zu entfernen (Quelle).

Wenn Sie sich unsicher sind, ob die Abtreibung in Ihrem Fall richtig ist, schauen Sie sich folgenden Artikel einmal an: Abtreibung ja oder nein.

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