Abtreibung erlaubt?

Ist eine Abtreibung in Deutschland eigentlich erlaubt? Wenn ja, unter welchen Voraussetzungen? Wann ist eine Abtreibung in Deutschland gesetzlich zulässig? Diese Fragen werden im folgenden Artikel beantwortet.

Die Gesetzeslage in Deutschland ist eindeutig und unterscheidet sich von denen anderer Länder zum Teil erheblich. Im Grunde ist ein Schwangerschaftsabbruch in Deutschland verboten, wenn keine medizinische Notwendigkeit dafür vorliegt oder der Schwangerschaft ein Verbrechen vorausgegangen ist.

Rechtlich unterscheidet man drei Formen der Abtreibung:

1. Die Abtreibung aus medizinischen Gründen

2. Die Abtreibung aus kriminologischen Gründen

3. Die Abtreibung nach der Beratungsregelung

Abtreibung aus medizinischen Gründen

In manchen Fällen ist eine Abtreibung aus rein medizinischen Gründen anzuraten. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn die psychische oder körperliche Gesundheit der Schwangeren durch die Schwangerschaft extrem gefährdet ist und eine erfolgreiche Behandlung nicht möglich ist  (§ 218a Abs. 2 StGB).

Auch wenn das Kind körperlich schwer beeinträchtigt zur Welt kommen würde und die Belastung für die Mutter zu groß sein würde, kann es sein, dass der Arzt zu einem Schwangerschaftsabbruch rät.

Anders als bei einer Abtreibung aus kriminologischen Gründen oder bei einer Abtreibung auf eigenen Wunsch, existiert bei der Abtreibung aus rein medizinischen Gründen keine Frist, bis zu der abgetrieben werden darf. Hier kann ein Schwangerschaftsabbruch auch zu einem weitaus späteren Zeitpunkt im Schwangerschaftsverlauf durchgeführt werden.

Abtreibung aus kriminologischen Gründen

Neben der Abtreibung aus medizinischen Gründen ist eine Abtreibung aus so genannten kriminologischen Gründen möglich (§ 218a Abs. 3 StGB). Das ist dann der Fall, wenn der Schwangerschaft eine Vergewaltigung vorausgegangen ist. Eine Abtreibung ist in diesem Fall bis zur zwölften Schwangerschaftswoche möglich.

Abtreibung nach der Beratungsregelung / Schwangerschaftsabbruch auf eigenen Wunsch

Eine Abtreibung aus medizinischen oder kriminologischen Gründen bildet lediglich die Ausnahme. 97 % aller Schwangerschaftsabbrüche werden nach der so genannten Beratungsregelung (Abtreibung auf eigenen Wunsch) durchgeführt (Quelle)  .

Liegt weder ein medizinischer Grund, noch ein kriminologischer Grund vor, verstößt der Schwangerschaftsabbruch grundsätzlich gegen das Gesetz (§ 218 StGB).

Gemäß § 218a Strafgesetzbuch (StGB) bleibt eine Abtreibung jedoch straffrei, wenn sie nach der »Beratungsregelung« nach § 219 StGB erfolgt.

Danach muss ein ausführliches Beratungsgespräch durch eine anerkannte Schwangerschaftskonfliktberatungsstelle erfolgen. Sie erhalten von dieser Stelle (zum Beispiel pro Familia) eine Bescheinigung über dieses Beratungsgespräch. Frühestens drei Tage nach diesem Gespräch darf der Schwangerschaftsabbruch erfolgen.

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